Von San Diego über Los Angeles, San Francisco, Jamestown, Yosemite, Kings Canyon, Flagstaff, Grand Canyon, Las Vegas, Slab City und Santa Barbara wieder zurück nach LA

Ein Monat USA und viel zu viel erlebt, aber ich versuche mich heute kurz zu fassen. Nach unserem letzten Blogeintrag zu unseren Anfängen in San Diego blieben wir noch bis Mitte Dezember bei Sascha, Susan und Tani. In ihrem schönen Haus konnten wir gut entspannen und unternahmen viel mit der Familie, von einem Aquariumbesuch, wo Tani ehrenamtlich arbeitet, bis richtigem Mountainbiken durch den Wald und über Stock und Stein (für 59+ ist diese Familie so fit!), Robbenbesuche, unzähligen Trinken und Essen gehen, auf das wir ständig eingeladen wurden, zu dem, dass wir Knödel und Kaiserschmarrn kochten und abends meist Apple to Apples und Dobble spielten. Wir konnten so ein paar wundervolle Tage verbringen und hatten auch die Möglichkeit kurz vor unserer Abreise, Saschas Tochter Tory kennenzulernen. Vielen Dank für alles ihr Lieben! Ihr seid uns in Österreich jederzeit gerne willkommen.
Mit unserem neuen Mazda 3 Mietauto gings dann weiter nach Los Angeles, wo wir bei Michael (Saschas Sohn) eingeladen waren. Nachdem wir uns in einen unschönen gewaltsamen Pärchenstreit einmischen mussten, waren die weiteren Tage dort dann doch noch schön. Maxi und Michael, der als Kameramann Fuß fassen will, hatten viel zu bereden nach 21 Jahren. Michael führte uns bei strahlendem Sonnenschein durch die Highlights von LA wie dem berühmten Walk of Fame, zum Chinese Theater mit den Abdrücken von Stars und dem Hollywood-Sign. Später gings dann noch durch die Straßen von Beverly-Hills, um die Häuser von Stars wie Justin Bieber und Taylor Swift zu erspähen. Nach einem Abstecher ins Observatorium, von wo aus man erst die Größe dieser Stadt begreifen kann, erkundeten wir spontan das Clubleben von West-Hollywood und feierten zwischen außergewöhnlichen Menschen bis selbst die After-party-Lokale schlossen (in LA sperrt alles schon um 2 Uhr Früh zu!). Natürlich durfte auch Venice Beach bei Sonnenuntergang mit Rummelplatz am Steg nicht fehlen. An diesem Abend konnten wir vor einem Park mit Äpfelbäumen meinen Opa verabschieden, was mir unheimlich wichtig war. Am nächsten Tag ging unser Roadtrip weiter nach San Simeon und von da aus nach San Francisco.
Diese Küstenstraße (Highway 1) sollte jedeR mal gesehen haben! So traumhaft mit Meer und Bergen, das beste aus zwei Welten, wir mussten alle 10 Minuten anhalten. Auch Seekühe konnten betrachtet werden. Dann kam San Francisco. Bald schon waren wir ganz verliebt in die lieblichen Villas und die hügligen Straßen dieser Stadt! Und in Bobs Donuts! Natürlich war eine typische Sightseeing-Tour notwendig. Wir erkundeten den Fishermans Warf, fuhren über die Golden Gate Bridge, besuchten die Bisons im Golden Gate Park, die Painted Ladies, Downtown mit dem Intercontinental Pyramid, bevor wir China-Town zu Fuß erkundeten und am nächsten Tag neben Shoppen und Kino mit einer Cable-Car-Fahrt beschäftigt waren. Am 24. Dezember verließen wir San Francisco und fuhren nach Jamestown, einer Kleinstadt in der Nähe von Yosemite.
Wie lieb dort alles war! Wie in Gilmore-Girls! Wir nahmen an einem Candlelight-Gottesdienst teil, aßen in einem Restaurant und in der typischen Bar nebenan lernten wir einen Bigfoot-Forscher und seine Thoerien kennen. Nach Jamestown besuchten wir den Yosemite National Park, der atemberaubend schön ist! Wir wanderten zum höchsten Wasserfall Nordamerikas, erblickten den Half-Dome und spielten im Schnee. Einzig allein die Schneekettenpflicht an manchen Stellen blieb uns ein Dorn im Auge. Im hässlichen Fresno blieben wir nur, um den Kings Canyon mit den größten Sequoia-Bäumen zu besuchen. Den Grant Stump bzw. Mark Twain Stump und den General Grant, den drittgrößte Baum der Welt, konnten wir noch erreichen, für den größten, den General Shermon, reichte unser Auto ohne Schneeketten leider nicht.
Die längste Strecke folgte nachher. Von hier aus gings nach Flagstaff, wo wir einen Freund vom Tramprennen treffen wollten. Mit Zwischenstopp im hässlichsten Barstow und der Route 66, wo wir am Walmart-Parkplatz in der Kälte übernachteten, erreichten wir am 30. Dezember Flagstaff. Die Wiedersehensfreude mit Kevin war groß! Er besuchte seine Freundin Tory in Texas, die auch mit dabei war. Es wurde viel getrunken und gelacht. Zu Silvester wollten wir unbedingt den Grand Canyon sehen, was uns dank Nebel zunächst verwehrt blieb. Später lockerte es ein wenig auf. Wir feierten in den Pubs von Flagstaff und es gab zu Mitternacht den sogenannten Acorn-Drop, aber keinerlei Feuerwerk. Dafür wurde eine große Flasche Sekt geköpft und bis spät in die Nacht geredet. Den nächsten Tag verbrachten wir mit fettigem Essen und Cards against Humanity, sowie dem Film Into the wild, den man gesehen haben muss! Ein gewisser Hippie-Platz namens Slab City inspirierte uns dann auch zu einem Ausflug dorthin . Aber zuvor verabschiedeten wir uns von den beiden, die weiter nach Alberquerque reisten. Für uns ging es in die Glitzerstadt Las Vegas. Natürlich mit vollem Touristenprogramm: Foto am Willkommensschild, den Strip abfahren und abgehen, was so ziemlich einen ganzen Tag dauert.
Diese enormen Hotels, unzähligen Casinos, nachgebaute Städt von New York bis Venedig und Paris und diese gigantischen LED Wände. Man kann Las Vegas kaum in Worte beschreiben, sondern muss es einfach erleben. Nicht zu vergessen der Wasservulkan vorm Mirage und die Wassershow vorm Bellagio. Man könnte glatt vergessen, dass dies hier alles in der Wüste ist. Bei Black Jack gewannen wir sage und schreibe 12,50 Dollar, wovon wir einen Teil bei den Automaten wieder verloren. So eine Übertreiberstadt! Und die Frage, was hinterher bleibt ist: warum das Ganze?
Um den Gegensatz zu maximieren, fuhren wir von Las Vegas direkt nach Slab City, in der Nähe zur mexikanischen Grenze. Slab City ist ein verrückter Ort voller Charaktere. Im Winter leben hier etwa 2000 Menschen in Wohnwägen, Zelten, Bussen und Palettenhäusern. Im Sommer sind es mit 52 Grad gerade mal 75 Bewohner. Hier finden sich alle möglichen Arten an Menschen wieder, AussteigerInnen, VerschwörungstheoretikerInnen, Alt-Hippies, DrogenkonsumentInnen und einfach fertige Leute, für die diese Gratis-Stadt ein Zufluchtsort ist. Wir waren gerade mal 2 Tage hier und haben Stories für Wochen erlebt. Es gibt eine selbstgebaute, superniedliche Bücherei, sogar ein Hostel, verschiedene gegründete Interessensgruppen, eine Art Müll-Kunstausstellung namens East-Jesus und eine Freiluftbühne mit samstäglichen Open-Mic. Ich kann hier definitiv nicht alle Personen beschreiben, die wir in der kurzen Zeit kennenlernten, aber ein ganz besonderer gehört hier erwähnt. Neben East Jesus befindet sich West Satan, der Platz von Jack. Jack ist sehr extrovertiert und winkt uns gleich zu sich, als er uns erblickt. Seit 5 Jahren lebt er hier, auch im heißen Sommer und hat sich alles selbt gebaut. Er präsentiert uns einen Gebäudekomplex, der sein Wohnzimmer darstellt, das aus Paletten und bunten Holzrädern erbaut wurde und Innen mit unterschiedlichen Sperrmüllsesseln ausgestattet ist, eine Bücherei in einem Wohnwagen schließt daran an. Sein Schlafzimmer befindet sich in einem anderen Wohnwagen. Er ist ein Aussteiger Mitte 50, war ursprünglich Hausmeister, bis er seinen Job verlor und einen Platz zum gratis leben suchte. Er hat sogar eine eigene Reality-Show auf Vimeo! Er ist einer derjenigen, die den ganzen Müll, der überall herumliegt, aufräumen wollen, es gibt aber auch andere, die das nicht wollen, damit nicht mehr Leute hierherkommen. Komische Welt. Nach unzähligen Begegnungen besuchen wir den Salvation Mountain, ein Kunstwerk, das von einem älteren Mann aus Liebe zu Gott errichtet wurde aus Stroh und Ton. Am Weg zum Auto treffen wir ein paar fertige Leute in einem „Café“, die uns dazu bringen, doch nicht eine Nacht länger hier zu bleiben. Wir haben genug gesehen.
Wir fahren Richtung LA zurück, bleiben aber noch zwei Nächte in Santa Babara, wo wir bei Serena und Kalon sind, ein cooles Pärchen, das wir aus Mexico kennen. Mit ihnen verbringen wir lustige Abende und fahren dann weiter nach Los Angeles. Am Weg klauben wir ein paar Tramper auf. In unserem Airbnb-Bett, das sich in einer halbfertigen Küche befindet, sind wir die restliche Zeit mit Fotos sortieren, bearbeiten und schreiben beschäftigt. Morgen, oder für euch heute, geht unser Flug nach Neuseeland! Wir verlieren einen Tag und kommen am 11. Jänner hoffentlich in Auckland an.
Leider gibt es schlechte Nachrichten vom gesundheitlichen Zustand meiner Mama, die mich trotz des aufregenden Monats immer beschäftigt haben und die ich erst verarbeiten muss. Krebs ist und bleibt ein Arschloch!
Danke an alle, die ihre Gebete oder Gedanken meiner Familie widmen! Maxi und ich vermissen euch alle und freuen uns immer über Nachrichten von zu Hause. Fühlt euch fest gedrückt! Maxi und Rafi

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3 Antworten zu „Von San Diego über Los Angeles, San Francisco, Jamestown, Yosemite, Kings Canyon, Flagstaff, Grand Canyon, Las Vegas, Slab City und Santa Barbara wieder zurück nach LA“

  1. Einer der tollsten Blog Einträge. Gratuliere Rafi zu den Texten und deinem immer wieder faszinierenden Schreibstil. Maxi deine Fotoauswahl ist einzigartig, mich erinnert das natürlich immer wieder an unsere damalige Reise als du mit 8 Jahren auch schon dort warst. Macht so weiter.

  2. Gute weiterreise auf den nächsten Kontinent ihr beiden.
    LG aus dem verschneiten Salzburg.

  3. Gutes und gesundes Neues Jahr, Ihr Weltenbummler! Euer Bericht + Photos sind super spannend und werden immer wieder gelesen. Alles Gute für die family!
    Wir freuen uns auf den nächsten Eintrag.

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