Was man nicht so alles plant und dann kommts doch anders als gedacht: Die letzten Tage in Neuseeland waren noch etwas stressig, nachdem der Mariandl-Verkauf mit einigen Reperaturen verbunden war, wir uns kurzerhand noch tätowieren ließen und einiges zum Organisieren war – wobei wir manches total vergessen hatten, wie sich im Nachhinein herausstellte. Wie ausgemacht, trafen wir uns am Freitag, den 24. Februar mit Jess und James, ihrem Freund aus Schottland. Frisbee spielen im Park und ein paar Bierche, sowie einem obligatorischen Schuhwechsel später (ja, in Neuseeland gibt’s für Männer in jedem Lokal eine Kleiderordnung), waren wir noch in einem Irish Pub am Feiern, bis wir gegen 3 Uhr früh ein Uber zum Flughafen nahmen. Müde und fertig wollten wir einchecken, bis uns die Damen vom Schalter nach einigen Recherchen erklärten, dass es für Indien kein Visa on arrival gibt, sondern man ein E-Visa bereits 4 Tage vorher online beantragen muss. Naja, schöner Schaß. Maxi und ich entschieden uns kurzerhand dafür, dass wir zumindest einen kleinen Teil unseres sonst verschwendeten Fluges wahrnehmen wollten. So landeten wir am nächsten Tag zwar nicht in Indien, sondern in Melbourne, Australien.
Ohne irgendeine Ahnung zu haben, wie es jetzt weitergehen soll, verschanzten wir uns die ersten 2 Tage in ein Airbnb, buchten einen neuen Flug, organisierten unser Visa für Indien, dass dann letztendlich nur 30 Tage gültig ist, weshalb wir wohl noch einige Zeit hier verbringen würden und wir versuchten unseren FreundInnen in Indien zu erklären, wie wir so naiv sein konnten. Glücklicherweise konnte uns ein Bekannter von Leni’s Freund Nipun bei sich für fast eine Woche aufnehmen. Mit AJ, der ursprünglich aus Indien kommt, konnten wir die Zeit in Melbourne richtig genießen und lernten die 4-Millionen-Einwohner-Stadt kennen und lieben. So unglaublich vieles kann man hier erkunden, wenn die australische Hitze nicht zu stark ist. Von riesigen barrierefreien Parks, kunstvoll gestalteten Straßen, der wohl beeindruckendsten Bücherei der Welt, zu Straßenfesten, gratis Wifi-Wohnzimmern bis zu sauberen Sandstränden mit klarstem Meer, wo wir uns auch mit Gaby und Karli aus Salzburg trafen.
Um ein wenig von der Natur Australiens sehen zu können, unternahmen wir einen eintägigen sogenannten Bushwalk inkl. 1000 steps walk in einem Nationpark. Und natürlich wurde ebenso das lebendige Nachtleben mit AJ erkundet und auf unsere neue Freundschaft angestoßen. An unserem letzten Tag in Melbourne besuchten wir ein paar Kangaroos, Emus und nackte Alpacas und lernten anschließend zwei gute FreundInnen von AJ kennen, die so herzlich waren und mit denen wir wohl noch Wochen über Gott und die Welt hätten diskutieren können. Durch indische Gastfreundlichkeit etwas abgefüllt, ging es für uns mit einem ungemütlichen Nachtbus nach Canberra, der Haupstadt Australiens.
Im Gegensatz zu Melbourne kommt einem Canberra ziemlich lächerlich klein vor. Unser Highlight von der eintägigen Besichtigungstour waren die mit hunderten von Fledermäusen behangenen Bäume in einer großen Parkanlage, direkt am Meer. Noch nie zuvor haben wir so etwas gesehen oder gehört. Gleich daneben sieht man die buntesten Papageien und Kakadoos kreischend herumfliegen. Langsam hatten wir uns an die Hitze gewöhnt und spazierten auch zum berühmten War memorial. Und obwohl wir beide sowieso nicht die größten Fans von Kriegsdenkmälern sind, wurden wir in diesem Museumsgebäude mehr kulturgeschockt als jemals zuvor. Ein Schwall an Kriegsverherrlichung kommt einem hier entgegen, gefolgt von Nationalpropaganda und der Verehrung von Mördern. Noch nie war ich so dankbar, dass wir als ÖsterreicherInnen als Verlierer aus dem Zweiten Weltkrieges hervorgegangen sind und somit ein wenig gelernt haben Kriegstaten kritisch zu betrachten. Was diese Australier mit diesem Kriegsdenkmal machen, ließ mir jedenfalls einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Wir übernachteten kurz bei einer Couchhostin und am nächsten Tag gings weiter nach Sydney.
Sydney ist groß, laut und voller Leute aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen. Herrlich! Etwas verregnet war unser Besuch, bei dem wir in einem Airbnb schliefen und tagsüber eine Sightseeing-Tour à la Maxi vollzogen. Erstes Ziel: Paddy’s Market, eine große Markthalle voller günstiger Souvenirs aus China. Next: Queen Victoria Building, mittlerweile eines der edelsten Shoppingcenter mit geschmückten Türmen, die von der Decke hängen. Danach: Karottenessend durch den Botanischen Garten zum wohl wichtigsten Must-see: dem Operahouse, architektonisches Meisterwerk, groß, eh schön. Am touristenbesetzten Hafen entlang, bis zur Harbour-Bridge. Zurück durch das Viertel „the rocks“, bis wir quasi über ein Restaurant stolpern, in dem wir das erste Mal blutiges Kangaroofleisch kosten, ziemlich zart, wenig Eigengeschmack.
Und am nächsten Morgen, Donnerstag, den 9. März war es uns endlich erlaubt, unserem zweiten Flug nach Indien wahrzunehmen. Zwar immer noch mit ein wenig Komplikationen – also glaubt bloß nicht, nach Indien zu reisen sei einfach! – aber nach 15 Stunden mit zwei furchtbaren Billigfluglinien (NIE WIEDER!), landeten wir sicher und glücklich im heißen Bengaluru, wo wir gleich von David und seinem Sohn, Sherwin, herzlich willkommen geheißen wurden.
In den wenigen Tagen, die wir jetzt in Indien sind (mittlerweile in Goa) haben wir schon einiges erlebt- dazu mehr im nächsten und vermutlich vorübergehend letzten Reiseblogeintrag. Denn – große Überraschung für alle, die’s noch nicht wissen – wir kommen nach Österreich, nach Hause. Unsere Reise wird wegen dem Gesundheitszustand meiner lieben Mama, der sich hoffentlich weiter verbessert, frühzeitig unterbrochen. Ich habe das Gefühl, dass es jetzt für mich wichtig ist, für meine Familie da zu sein. Und das ist wesentlich einfacher, wenn man nicht am anderen Ende der Welt ist. Ich wohne somit fürs Erste nach Jahren wieder in Gastein bei meinen Liebsten. Also, am 8. April 2017 sollten wir wieder bei euch sein, und freuen uns schon narrisch darauf, mit euch zu plaudern, uns auszutauschen und zu feiern. Fühlt euch gedrückt und geherzt!







































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